Tarifvertrag bayerische textil- und bekleidungsindustrie

Es liegen keine Daten für die IT-Branche als solche (NACE 72) vor, und es liegen keine Studien vor, die sich mit den oben angesprochenen spezifischen Fragen befassen würden. Nach einer Analyse der IG Metall im IT- und Telekommunikationssektor (ITK-Sektor), zu der Kommunikationsdienste und Unternehmen wie die Deutsche Telekom gehören, stellte die Gewerkschaft fest, dass die Löhne in den tarifgebundenen Unternehmen 2007 um 4 % stiegen, während die Gesamtlöhne in der IT- und Telekommunikationsbranche um 7 % zurückgingen. Und das, obwohl die Branche wächst und Facharbeiter braucht. Nach den vom BITKOM veröffentlichten Umfragedaten gab es im Dezember 2007 rund 43.000 offene Stellen für IT-Spezialisten. 18.000 dieser offenen Stellen befanden sich im IT-Sektor und 25.000 in anderen Branchen. Im Februar 2008 einigten sich die Tarifparteien der nordwestdeutschen Stahlindustrie auf ein neues Tarifpaket (DE0803029I). Die Bestimmungen der neuen Vereinbarungen umfassen eine Einmalzahlung in Höhe von 200 EUR und eine allgemeine Lohnerhöhung von 5,2 % mit Wirkung vom 1. März 2008. Später im Monat wurde der Pilotvertrag auch für die ostdeutsche Stahlindustrie verabschiedet.

Im März 2008 unterzeichnete die Vereinigte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) mit Vertretern der Bundesregierung und der kommunalen Arbeitgeber (DE0804029I) ein neues Paket von Lohn- und Arbeitszeitvereinbarungen für den öffentlichen Dienst. Die Vereinbarungen, die sich auf den Zeitraum 2008-2009 erstrecken, sehen eine durchschnittliche Lohnerhöhung von etwa 5 % für alle Bundes- und Kommunalbeschäftigten im öffentlichen Dienst vor. Als Gegenleistung für die Lohnerhöhung mussten die Gewerkschaften eine Erhöhung der normalen Wochenarbeitszeit in Westdeutschland hinnehmen. 36 Rede des Vorsitzenden des Verbandes der Bekleidungsindustrie, Dez. 1982, zitiert in Gertschen, Klassenfeinde – Branchenpartner?, 296. Der Tarifvertrag ist für alle Mitglieder der betroffenen Verhandlungsparteien unmittelbar bindend (Artikel 3 Absatz 1) – d. h. für alle Arbeitnehmer, die Mitglieder der Gewerkschaften sind, und für alle Unternehmen, die Mitglieder der Arbeitgeberverbände sind. Infolgedessen haben nur die Mitglieder der unterzeichnenden Gewerkschaften einen direkten Rechtsanspruch gegen ihre Arbeitgeber – zum Beispiel in Bezug auf Lohnerhöhungen oder Arbeitszeitregelungen, die in einem Tarifvertrag vorgesehen sind.